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MAX: BCS-Mitteilung vom 08.09.01

Artikel ‚Der Bio-Schwindel’ in der Zeitschrift MAX vom 6.9.2001

Stellungnahme von BCS ÖKO-GARANTIE

 

 

Die auf Profilierung bedachte Zeitschrift MAX stellt in dem Artikel über Bio-Bananen in Costa Rica bestimmte Sachverhalte dar und kommt zu verschiedenen Schlüssen, die dringlich eine nähere Betrachtung und genaue Wertung nahe legen, wenn man wirklich an der Wahrheit interessiert ist. BCS will mit dieser Stellungnahme zum Einen einer objektiven Aufklärung dienen und zum Anderen auf einige Punkte hinweisen, die das Vorgehen von MAX in das gebührende Licht stellen, das sich MAX unredlich verdient hat.

 

Unser Fazit vorab:

Die erste Irreführung liegt schon im Titel: „Der große MAX-Schwindel“ wäre richtiger als ‚der Bio-Schwindel’. Der Artikel strotzt nur so von sachlichen Fehlern, Halbwahrheiten und gezielten Verdrehungen und zeichnet sich durchgängig durch das Verschweigen wichtiger Fakten aus.

 

Wir werden das detailliert belegen.

 

Das erste persönliche Gespräch zwischen  MAX-Journalist Jörg Heuer und BCS-Kontrollstellen-

leiter Peter Grosch erfolgte auf äußerst kurzfristige Kontaktaufnahme am 24.8.2001. Das gesamte Gespräch ist aufgezeichnet. Heuer eröffnete das Gespräch mit dem fertigen Urteil, dass es Bio gar nicht gebe und alles Lüge sei. Claus Hipp lüge und könne gar nichts garantieren und BCS ebenso wenig.

 

Die Gespräche mit Heuer hätte man sich sparen können: Dem Mann ging es von Anfang an um seine billige Skandalstory.

 

Tatsache ist, dass Autor Heuer bei diesem Besuch – nach seinen ‚Recherchen’ – die EU-ÖKO-Verordnung, bekanntlich die Definition und wesentliche Grundlage für die Etikettierung von Bio-Produkten und auch für die Zertifizierung von Bio-Bauern in Costa Rica  bis zu diesem Tag unbekannt gewesen war.

 

Der Hinweis, dass Bio nicht das sei, was Heuer sich vorstelle, sondern gesetzlich definiert sei und dass sich die BCS-Tätigkeit auf diese Definition stütze, ebenso wie die Hipp-Aussage, wurde nicht angenommen. Dafür prangt das entsprechende Zitat jetzt mit der peppig-missverständlichen Schlagzeile IRRGLAUBE ohne jede weitere Erklärung - natürlich soll der empörte Aufschrei des Verbrauchers provoziert werden: Tatsache bleibt, dass Begriffe - hier wie in allen Lebensbereichen - nicht mit den Fantasien oder Wunschträumen Einzelner oder einer Gruppe festgelegt werden. Qualitätsversprechen oder zugesagte Herkunfts- oder Produkteigenschaften beziehen sich immer auf Standards, so auch beim Begriff Bio oder Öko. Das passt aber MAX nicht in’s Skandalkonzept und so macht man seine Regeln lieber selbst: Als WAHRHEIT wird dann flugs zitiert, was ein vermeintlicher Bananenexperte aus Braunschweig zu wissen glaubt, der sich mit seiner Aussage selbst disqualifiziert.

 

Es wirft ein charakteristisches Schlaglicht auf den Umgang mit Wahrheit, dass MAX in Ermangelung eines Fotos von Herrn Grosch diesem Zitat geschwinde, leichtfüßig und so schnoddrig, wie der des Spanischen nicht mächtige, angebliche Lateinamerika-Kenner Heuer sich gern gibt, eine Ablichtung des Herrn Dr. Uwe Meier zur Seite stellt: Die Wirklichkeit scheint nur sehr bedingt zu interessieren – Hauptsache die schlechte Nachricht kommt rüber?! Hauptsache, man macht Stimmung und blendet mit plakativen Bildern, die den beabsichtigten Effekt der Irreführung und Miesmache erzielen, völlig nebensächlich, ob sie tatsächlich etwas mit der Sache an sich zu tun haben. Hat man nicht das korrekte Foto, den gesuchten Beweis, wird eben leichtfertig das hingeklatscht, was grade zur Hand ist.

 

So wird peinlicherweise für WAHRHEIT und IRRGLAUBE (nach MAX- eigener Logik) der gleiche Zeuge abgebildet...

 

Gilt der Fehler schon für ein leicht zu beschaffendes Foto, warum sollte man dann die von den giftmischenden und –spritzenden Bauern glauben? Was könnte ein Grund dafür sein anzunehmen, dass MAX dabei korrekter vorgegangen ist, wo man solche Bilder allenthalben beschaffen kann? Womit wird bewiesen, um wen es sich handelt und ob das tatsächlich Öko-Bauern sind, die zum Hipp-Projekt gehören? Unverantwortliche, billige und unseriöse Stimmungsmache, nichts weiter.

 

‚Krumme Wege’ unterstellt der Journalist Heuer. Sein unvorstellbar niedriger Sachverstand kommt u.a. in der (dokumentierten) Naivität zum Ausdruck, dass er sich „schockiert“ zeigte, dass es zu Belastungen in Produkten kommen kann, auch wenn keine Agrarchemie vom Bauern selbst eingesetzt wird, ein Sachverhalt, der jedem etwas aufgeklärten, umweltinteressierten Verbraucher bekannt ist. Dieses Urteil erhärtet sich, wenn in dem Comic zum Weg der Hipp Bananen erzählt wird, die Bananen müssten in der Reiferei zwei Wochen reifen: Wer sich damit befasst hat weiß, dass es sich um zwei bis maximal sieben Tage handelt...: Bananen, zwei Wochen gereift würden zu einer schwarzen, vergorenen Matschsuppe und für Püree taugten sie gewiss nicht mehr! Man könnte sich also Berufenere vorstellen, wenn man das gegebene Thema bearbeiten will. Heuer, ahnungslos, traut sich trotzdem an die Schreibe, bei der andere seriöser Weise mit dem Hinweis ablehnen, sie verstünden leider nichts vom Thema.

 

Wahrheit? Unwichtig! Einfach unge-Heuer-lich!

 

Krummer Touren bedient sich dagegen Heuer selbst, wenn er durch Halbwahrheiten und Weglassen von mehrfach klar und vollständig übermittelten Informationen nur darauf bedacht bleibt, den vermeintlichen Schwindel nachweisen zu müssen: So hat BCS ihm mehrfach schriftlich und mündlich ausführlich erklärt, in welcher Weise das Zusammenwirken zwischen internem Kontrollsystem, externer Supervision und Stichprobenkontrollen Verlässlichkeit schafft. Um aber seine story stimmig mies zu halten, verschweigt der Schreiber dies.

 

Tatsächlich ist es eine von allen internationalen Zertifizierern erprobte und bewährte Praxis, dass in Kooperativen von Hunderten und Tausenden von Kleinbauern ein internes Qualitätssicherungssystem eingerichtet wird, von dem 100% aller Bauern inspiziert werden: alle werden intern jedes Jahr geprüft und das wird in Einzelberichten dokumentiert. Dass schon dies eine hervorragend wirksame Kontrolle ist, beweisen die Kontrolldokumente über Jahre: Immer wurden Bauern ausgeschlossen, weil das interne System sie erwischt hatte! Heuer weiß das genau – und unterschlägt es glatt, weil es das Zerrbild stören würde, das er aufbauen will. Verlässlich Wirksames wird verschwiegen – nur bad news is good news?! Ist das die Profilierungsschiene der neuen MAX? Dann dürfte die Zukunft schon zu Ende sein, denn in der Klasse der gehobenen Falschmeldung gibt’s schon geübtere Platzhirsche...

 

Verschwiegen wird auch, dass BCS regelmäßig das Funktionieren des internen Kontrollsystems überwacht und dass dann zusätzlich Stichprobenkontrollen vorgenommen werden. Die dabei festgestellten Verstöße sind anteilig deshalb so hoch, weil man sich dann gezielt auf unsichere Kandidaten konzentriert.  MAX glänzt auch hier wieder durch MAX-imales Auslassen wichtiger Informationen. Während die Tatsache von Ausschlüssen und die Zahlen und Namen oder auch das Detail vom in Deutschland gestoppten Container klar belegen, dass das Kontrollsystem absolut zuverlässig arbeitet und funktioniert, wird genau diese Verlässlichkeit eines durchgängig wirksamen Kontrolle auf allen Ebenen leichtfüßig übertüncht mit der unbewiesenen Spekulation des schon unkontrolliert gegessenen Pürees verdrängt: Unsachlich-verlogene Stimmungsmache, wohin man schaut, MAXimales Panik-Szenario statt sachlicher Berichterstattung!

 

In seinem Bemühen um das Schaffen falscher, aber besser verkäuflicher Eindrücke interessiert es  MAX auch nicht, dass die Kombination von  internem und externem Kontrollsystem auch noch vom Landwirtschaftsministerium in Costa Rica überwacht wird und dass beim Import die hiesigen (im gegebenen Fall deutsche und Schweizer)Behörden sorgfältig die Inspektionsberichte, Erzeugerlisten und Mengenflüsse prüfen: Hauptsache der Verdacht ist geweckt und die Miesmache platziert! Wahrheit und Redlichkeit? Wozu denn! Verkauft sich nicht!

 

Die Aussage, BCS kontrolliere nur das korrekte Ausfüllen der Formulare ist also nachweislich falsch, ebenso wie die Darstellung, jemand verleihe sich die TÜV-Plakette selbst. Man könnte das mit schlampiger Recherche oder Ahnungslosigkeit erklären; hier aber geschieht die Irreführung nachweislich wider besseres Wissen: BCS hat Herrn Heuer mündlich und schriftlich ausführlich belegbare Vorgehensweisen und Strukturen erläutert, aber die Wahrheit ist wohl nur dann interessant, wenn sie mit dem Bild in Einklang zu bringen ist, das der Herr meint, am besten verkaufen zu können....

 

Ebenso bedenkenlos wird die tatsächliche BCS-Präsenz frisiert, um das Bild von einer angeblich ungenügenden und unzuverlässigen Kontrolle besser ‚belegen’ zu können: BCS habe in Costa Rica nur einen festen Mitarbeiter, wird berichtet. Nicht erwähnt wird, dass der auch in Costa Rica akkreditierte Kontrollstellenleiter Peter Grosch das Land seit 1994 das Projekt 30 mal aufgesucht hat und dass die ebenfalls in Costa Rica akkreditierten BCS-Inspektoren aus Guatemala immer binnen eines halben Tages vor Ort sind, wenn dies erforderlich ist. Was an Information, an nachweisbaren Tatsachen nicht in’s Miesmache-Bild passt, wird kurzerhand unterschlagen: Genau so hat man sich vorsätzliche Fehlinformation vorzustellen. So werden aus Listen besuchter und ausgeschlossener Bauern, so eben im Handumdrehen ‚Inspektionsberichte’ gemacht, die MAX angeblich vorliegen: Keine Chance zur Fälschung von Fakten wird ausgelassen. Und dann greift man in bewährter Verdummungsanier zu optischen Tricks, um die Angst in Schwung zu halten.

 

Dazu passt der doppelseitige Chemie-Bomber, der überall fotografiert sein kann, dazu passen die vier Bildchen zu Chemikalien, zum Giftmischen, zum Spritzen und zur Warnung vor Vergiftung in Chemie-Bananen-Plantagen: Der Nachweis, dass oder was das alles mit dem Hipp-Projekt in Costa Rica zu tun hat, ist nirgendwo zu finden. Chemie überall, im Regal eines Kiosks bei Turrialba, bei den Nachbarn und auch sonst wo: Obwohl die beschworene totale Chemie-Präsenz mitnichten einen Einsatz bei Bio-Bauern beweist, wird alles zum journalistischen Giftsüppchen hochgekocht, ohne auch nur den geringsten konkreten Nachweis liefern zu können: Stimmung kann man so machen, seriös belegen nichts... Hauptsache, die unge-Heuer-liche Skandal-Story haut so richtig rein...: Ob die chemischen Sprühnebel da noch nachwirken, oder ob das nackter Vorsatz ist, darf spekuliert werden...

 

Bei der Befragung von Gutierrez gaben sich die Journalisten gar als hochbesorgte Verbraucherschützer aus, um Auskünfte zu erschleichen – und so erklärte Gutierrez ahnungslos an Eides statt – übrigens ohne irgendeine Drohung – dass er niemals mit Journalisten gesprochen hatte: er wusste nicht, dass er mit MAX gesprochen hatte. In Costa Rica gilt es als Betrugstatbestand, sich unter falschem Etikett einzuschleichen. Da scheint die Ethik zumindest höher angesiedelt als bei den Verfassern. Ob er das, was ihm in den Mund gelegt wird, tatsächlich so gesagt hat, wird  derzeit im Detail geprüft. Mit wichtigsten angeblich von ihm stammenden Zitaten konfrontiert – z.B. nur 60 bis 70 % der Bananen seien ÖKO oder die Zertifizierungen seien nur fauler Papierzauber – dementiert er sehr klar und entschieden, solches je geäußert zu haben. (Gutierrez hat übrigens angekündigt, in Costa Rica wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte gegen die verdeckten Ermittler rechtlich vorzugehen – und statt des frei erfundenen erzwungenen Schweigens besteht täglicher, konstruktiver Kontakt mit BCS, zuletzt am 7.9.01, 14.15h Ortszeit Deutschland...).

 

Der angeblich mit einer ‚unlösbaren Last’ wegen zusätzlicher Kontrollen in Kuba, Guatemala und Panama total überforderte Inspektor Gutierrez hat tatsächlich im Jahr 2000 in Costa Rica genau 61,5 Kontrolltage abgerechnet und in anderen Ländern Mittelamerikas 36,5; in Kuba war er zuletzt 1998 eingesetzt und in Panamá  im gleichen Jahr – für ganze 3 Tage. Und für Arbeiten in Guatemala hat er im Jahr 2000 ganze 7 Tage gebraucht. Das sind die Fakten. (Auch in Costa Rica rechnet man übrigens mit rund 220 Arbeitstagen im Jahr).

 

 Schon seit Spätjahr 2000 hat er mit dem Trobanex-Projekt nichts mehr zu tun und verfügt daher weder über die gültigen Erzeugerlisten, noch über sonstige aktuelle Informationen über dieses Projekt. Bereits seit Juni dieses Jahres ist er wegen anderer Aufgaben von der Inspektionstätigkeit entbunden und Trobanex wird voll von einem Experten aus Guatemala bearbeitet, der dafür Wochen in Costa Rica verbringt.

 

Was zum vorgetäuschten Verbraucherschutz  so gar nicht passen will, ist die Tatsache, dass die um Redlichkeit heftig bemühten Aufklärer auch auf wiederholte Aufforderung nicht dazu bereit waren, angebliche Chemie-Spritzer BCS bekannt zu geben, damit sie – ganz im Sinne des Verbrauchers – schnellstmöglich ausgeschlossen würden. Man darf argwöhnen, dass dieses Verhalten auch nicht dem Schutz jener Bauern dienen soll, sondern dass MAX da etwas zu verbergen hat: Auf die Bekanntgabe der angeblichen betrügerischen Bauern wartet BCS noch immer. MAX schweigt hartnäckig: Betrügerschutz geht vor Verbraucherschutz. Es würde nicht verwundern, wenn es die angeblichen ‚Gift-Bio-Bauern’ gar nicht gibt...

 

Wenn ein Kleinerzeuger sich durch den Öko-Anbau und höhere Preise aus der Verelendung gerettet hat, müsste er völlig verrückt geworden sein – oder ein sehr gutes ‚Trinkgeld’ bekommen – sich beim Verstoß gar noch filmen zu lassen und alles zu verspielen, denn in Costa Rica bleibt nichts verborgen. Auch das ist übrigens ein hochwirksamer Teil der Kontrolle: Die Nachbarn melden Chemie-Missbrauch zuverlässig! Dass Heuer das in 10 Tagen Costa Rica nicht mitbekommen konnte, ist klar, entlastet ihn aber nicht.

 

Der Kronzeuge ‚Luis Terrano’ ist schon enttarnt – und seit der Abreise der Journalisten nie mehr nüchtern angetroffen worden, vermutlich aus Schwermut... Vielleicht hat er aber auch nur das mit dem Trink-Geld missverstanden. Bei Trobanex hat sich inzwischen auch ein Bauer gemeldet, dem für das Filmen beim Spritzen Geld geboten wurde. Wir sind gespannt, was MAX dazu sagen wird!!!

 

Auch bei der Angabe der Mengensteigerung wir tunlichst vermieden, dem Leser die komplette Information direkt im logisch verständlichen Zusammenhang vermitteln: die 550 Tonnen zu Beginn des Projektes 1994 wurden von 150 Bauern erzeugt – die 6.000 im Tonnen Vorjahr von annähernd 2.000 Erzeugern auf entsprechend mehr Fläche. Die Zusammenschau erklärt die Zunahme, sie wird aber bewusst weggelassen, denn man will ja Misstrauen säen, nicht einfach nur informieren. Der Gipfel der pseudowissenschaftlichen Verdrehungskünste steht dann auf Seite 34: Das Säulendiagramm zur Mengensteigerung gibt genau den Bezug zur Anzahl der Erzeuger und zur größeren Fläche nicht wieder. Mit solch’ manipulierter Halbinformation entlarvt sich MAX denn endgültig: Billigster Skandal-Journalismus wird hier als abschreckendes Beispiel für Anfänger geradezu beispielhaft vorgeführt...

 

Auch durch Weglassen kann man lügen: Während Autor Jörg Heuer in keinem Gespräch versäumte mit der internen Detailkenntnis aufzuwarten, dass der ehemalige Chefaufkäufer Mario Castro bei einem Unfall vom Dach gefallen sei und dass sich dabei sein Gehirn um 5mm verschoben habe (so festgehalten auf Band) färbt Castros Gedächtnisschwund nun urplötzlich auf Heuer ab: Wenn der neue Trobanex-Geschäftsführer Beissel diesen Mann als völlig verwirrt bezeichnet, hat Herr Heuer den Sturz und seine Folgen doch glatt vergessen! Kein Wort von den Unfall-Folgen! Inzwischen ist das keine Überraschung mehr: Wir wissen ja schon, dass die Wahrheit die MAXEN nicht interessiert! Alles passt zusammen...

 

Co-Autor Stieber behauptet im Beitrag zum neuen Öko-Siegel, bislang herrsche Chaos auf dem Bio-Markt. Auch das liest sich so richtig erfrischen skandalös. Mit der Wirklichkeit hat es null und nichts zu tun. Hätten all diese Herren sich wirklich gründlich mit dem Thema und mit dem Markt befasst, müssten sie sich nicht all diese Blößen geben, die beredt belegen, dass beim Start des Angriffs nur die Absicht klar war: der Rundschlag gegen Bio. Worum es geht und was das Thema beinhaltet, damit sind die [email protected] hoffnungslos überfordert...

 

Bei der publikumswirksamen Geschichte der Chiquita-Nachbarn ist wieder die korrekte, vollständige Information für MAX nicht das Wichtige, die positive Nachricht nämlich, dass ein nicht unerlaubter, aber auch nicht idealer Zustand von der Hipp Qualitätskontrolle abgestellt wurde. Verschwiegen wird, dass die EU in Ihrer Verordnung keine Mindestabstände vorschreibt. BCS hatte damit keine Rechtsgrundlage, Saborío den Einkauf bei seinem Spezi José Delia zu untersagen; Nachfolger Beissel handelte schnell und konsequent und schloss Delia aus.

 

Als Gipfel der MAX-Wahrheit wird dann als Experte aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig ein Dr. Uwe Meier befragt, der rasch sehr deutlich erkennen lässt, dass er sich wohl mit Plantagenbananen und Chemie-Produktion auskennt, von Bio-Bananen aber eindeutig nichts weiß: Seine Beurteilung über die angebliche Unmöglichkeit der Erzeugung von Bananen mit ökologischen Anbaumethoden wird durch Tausende von Hektaren seriösen Bio-Bananenanbaus in verschiedensten Ländern der Welt widerlegt. Dr. Meier, vermutlich Naturwissenschaftler, hält es nicht für nötig, bei der Frage nach Mengensteigerungen den Bezug zur Bauernzahl und zur gewachsenen Fläche herzustellen. Er hält das nur für ‚äußerst problematisch’ und traut sich glatt auch noch weiter vor: Es gehe ja nur um Marketing, hört man ihn spekulieren! Kommentar? Überflüssig!

 

Was z.B. Kleinbauern in Costa Rica von Kindsbeinen an wissen, dass nämlich das Hauptproblem, die Pilzkrankheit Sigatoka in der traditionellen Mischkultur, im Schatten unter Waldbäumen gar nicht auftritt, ist dem Experten offenkundig unbekannt. Auch Nematoden sind in den humusreichen Waldböden, auf denen keine Monokultur hochgepeitscht wird, schlicht kein Problem. So macht schon das stimmige Ökosystem den Chemieeinsatz überflüssig. Ob Dr. Meier das aus Zeitmangel, Diskretion oder Unwissenheit verschweigt, bleibt offen.

 

Bananen ohne chemische Spritzmittel gibt es nicht? Da muss doch an dem „Experten“ glat etwas völlig vorbeigegangen sein: Zertifizierte, seriöse Biobanan garantiert ohne jeden Chemieeinsatz  gibt’s seit mindestens 13 Jahren. Und traditionell-bäuerliche Bananenerzeugung ohne Chemie existiert seit Generationen...

 

Wenn schon gewisse Journalisten nur mit der Manipulation der Wirklichkeit auf sich aufmerksam machen können, sollte wenigstens der Wissenschaftler verantwortungsbewusst und seriös genug sein, klarzustellen, wo er sich auskennt und wo nicht! Dr. Meier scheint sich nicht im Klaren zu sein, dass er mit seinen unqualifizierten Aussagen Tausende sauber und einwandfrei ökologisch erzeugender Bananenbauern diffamiert – und das nur wegen seiner fehlenden Kenntnisse...!

 

Der von Uwe Meier zitierte, ‚in Bezug auf ökologisch-biologischen Anbau fortschrittlichste Bananenanbauer in Costa Rica’, der BCS seit langen Jahren bekannt ist und wiederholt wegen seiner Versuche auffiel, seine schlicht und einfach nur mit weniger Chemie erzeugten Bananen mit Öko-Image (unter der Verbraucher-Verwirr-Marke ‚EKO-OK’)auf den Markt zu bringen, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Braunschweiger Experte Nachholbedarf in Sachen Öko-Schulung hat.  Die von ihm angeführten Vorurteile erinnern an die längst überholte und widerlegte Bio-Diskussion der 70er und 80er Jahre des verflossenen Jahrhunderts. Bleibt nur die Anregung an die Biologische Bundesanstalt in Braunschweig, auch Wissenschaftler, die mit Ihrem Wissen im Vorgestern hängen geblieben sind, öfters mal auszutauschen...

 

Während man so einerseits nicht eben sachkundige Experten und anonyme, mit hoher Wahrscheinlichkeit geschmierte ‚Zeugen’ zur Untermauerung des erwünschten Zerrbildes auflaufen lässt, nimmt, wird mit perfide vagen, nichts belegenden, aber dem Leser gewisse Schlüsse nahelegenden Andeutungen wie ‚...der als unabhängig bezeichnete...’ oder ‚...der seit 23 Jahren mit Hipp zusammenarbeitet...’ die Unabhängigkeit, Neutralität, Kompetenz und unbestrittene Integrität des langjährig erfahrenen und international anerkannten Diplomlandwirts und Öko-Experten Peter Grosch in Frage gestellt. Klar: wenn man nichts Konkretes hat, kann man nur mit Andeutungen versuchen, Menschen direkt nieder zu machen und Vertrauen zu erschüttern.  Grosch prüft derzeit juristische Schritte wegen übler Nachrede.

 

Genau dieses heimtückische Nichtsagen, aber eben doch Unterstellen, ist das wohl übelste Strickmuster eines unseriösen Journalismus, für das MAX ein Beispiel liefert, das geeignet ist, die ganze Branche in einen Verruf zu bringen, den sie so gewiss nicht verdient.

 

MAX strickt hier die üble Masche einer Zeitschrift, die gern bedeutend werden möchte und dabei vor übler Nachrede und Rufmord nicht zurückschreckt. Dabei wird sie nur ein’s: Komplett unglaubwürdig! Seriöse Journalisten sollten Kollegen, die so arbeiten aus der Zunft ausschließen, um ihren guten Namen zu schützen!

 

Anstatt Verbraucher ausführlich über das aufzuklären, was die Bio-Auszeichnung aufgrund der EU-Verordnung tatsächlich ausmacht, wird mit einer Mischung aus gezielter Halbinformation, Verwirrung durch das Auseinanderreißen von Zusammenhängen und unbelegten - und ebenso unbelegbaren - Andeutungen ein Reißer aufgezogen, der halt eine ‚scharfe story’ abgibt. Es ist schon die MAXimal mögliche Verdrehung, das vorhandene und dokumentierte vielstufige Sicherungssystem in diesem Projekt von den Bauern bis zum Labor mit ‚laschen Kontrollen’ zu beschreiben.

 

Will man diesen Schreibern freundlicherweise, und unter Missachtung gewisser Indizien, nicht vorsätzliche Schadensverursachung unterstellen, bleibt wohl nur die Erklärung, dass sie sich in dem ‚unübersichtlichen’ Costa Rica oder auch in dem angeblich so allgegenwärtigen Chemie-Sprühnebel ziemlich heftig verirrt haben: Mit der Wirklichkeit hat das, was sie da zusammengeschrieben haben, glücklicherweise herzlich wenig zu tun! Man muss allerdings fürchten, dass MAX so nicht mehr lernt, was das früher so bunte Jugend-Trend-MÄXCHEN nie geübt hatte. Bleibt die Erkenntnis, dass MAX steht für MAXIMALE Verdrehung. Das haben die Schreiber-MAXE beeindruckend belegt. Sonst nichts.

 

BCS ist die einzige nach EN 45011/ISO 65 akkreditierte deutsche Öko-Kontrollstelle und kann die korrekte Wirklichkeit konkret belegen – nicht nur in der Theorie und auf dem Papier. BCS hat deshalb bereits ein neutrales Audit (die Prüfung durch die unabhängige deutsche Akkreditierungsgesellschaft DAP) über seine Arbeit in Costa Rica gefordert, das in Kürze durchgeführt wird. Wer etwas zu verbergen hat, holt sich nicht die Prüfer in’s Haus!

 

 

BCS ÖKO-GARANTIE GmbH

Cimbernstraße 21

90402 Nürnberg,

 

8.9.01

 

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